Frohe Weihnachten & Grüße von Joachim Barmwoldt

Ich wünsche uns allen frohe Festtage und auch einen guten Rutsch und komme ohne große Umschweife zum Jahresbericht von Joachim Barmwoldt (dem Enkel von UJD’s Tante Grete)

Viel Spaß beim Lesen!

Liebe Verwandte, liebe Freunde, liebe Nachbarn,

heute hat es in Moskau wieder geschneit und am Freitagmorgen kullerten Wackersteine von Sophies (8) und Sebastians (3) kleinen Herzen: Die ersten Tannenbäume sind am Kutuzovski Prospekt eingetroffen, endlich! Ein Mann mit Pelzmütze hat sie auf dem breiten Bürgersteig umzäunt und sein Hackebeil ausgepackt – der Verkauf beginnt, wir werden also auch in diesem Jahr wieder einen Weihnachtsbaum haben. (Die Russen stellen ihre festlich geschmückten Tannen erst zum Neujahrsfest auf.) 

Hier meine Jahresbilanz 2013:  

Im Januar 2013, genau am 9., feierten wir Sebastians dritten Geburtstag. „Ich nun kein Baby mehr bin!“, verkündete er damals – zwar ein bisschen verquer, aber stolz. Sophie absolvierte derweil ihren vierten Ski-Kursus in den Bergen. Ebenfalls Anfang Januar veröffentlichte der Verlag Herder in Freiburg den Band „Mama zahlt! – Familienernährerinnen berichten“. In dem Buch findet sich auch ein Kapitel von mir. 

Sebastian im Kindergarten, Sophie in der russischen Grundschule, Doris auf Dienstreisen für die „Rheinische Post“ und die „Rhein-Zeitung“ in ganz Russland und ich auf Seminaren in Deutschland – so verflogen die ersten Monate des Jahres 2013. Alles lief prima, alles entwickelte sich prächtig. Doch dann drehte sich der Wind. 

Im Juni erlitt mein Vater (92) einen Herzinfarkt, nachdem er vier Jahr zuvor bereits einen Schlaganfall überstanden hatte. Krankenhaus in Neuwied, Reha in Bad Bertrich – aber auf sein Auto wollte mein Vater weiterhin nicht verzichten. Zum Glück gibt es den TÜV. Inzwischen hat eine Schrottpresse den Audi 80 zermalmt. Die Blitzbesuche bei meinen Eltern und die Diskussionen mit ihnen waren nicht ganz einfach.  

Ende Juni haben wir in Garmisch-Partenkirchen zünftig gefeiert – die Silberhochzeit von Sophies Patentante Eva und ihrem Gatten Kosta. Es waren wirklich herrliche Stunden am Riessersee – danke! Anschließend wanderten wir im Karwendelgebirge hinauf zur Brunnsteinhütte. Dort oben logierten wir drei Nächte, aber leider hat es die ganze Zeit nur geregnet. Und es wurde lausig kalt. 

Anschließend reisten wir nach Celle zum Familientreffen der Barmwoldts. Dorit und Michael hatten ein tolles Programm vorbereitet: Wir besichtigten das Erdölmuseum in Wietze, wir bestaunten eine Orchideenzucht und wir folgten einer Stadtführerin im historischen Reifrock durch die Fachwerkgassen von Celle. Puh, während des Abendessens beim Italiener schlief Sebastian einfach ein, ganz ungeniert. 

Ende Juli starteten wir zu unserer Sommerreise mit der Transsib. Nach jeweils 24 bis 30 Stunden Bahnfahrt haben wir einen oder zwei Tage Pause gemacht und so Jekaterinburg, Novosibirsk und Irkutsk besichtigt. Irkutsk überraschte mit alten, verschnörkelten Fassaden und wuchtigen Holzhäusern, die Stadt hat Flair. 

Von Irkutsk haben wir einen achttägigen Abstecher zur Insel Olchon im Baikalsee unternommen. Gut einen halben Tag dauerte die Autofahrt bis zur Fähre. Die Route führte über Hügel und durch Steppen und tiefe Wälder. Die Fähre selbst benötigte nur etwa 20 Minuten bis zur Insel. Dort weilten wir eine Woche in Nikitas Blockhaus. Der tiefblaue Baikalsee und die steppenartige Insellandschaft haben uns beeindruckt, ebenso die Kulturen: Auf Olchon erlebten wir orthodoxe Russen, buddhistische Burjaten und sogar Schamanen. 

Von Irkutsk aus sind wir dann mit der Transsib weitergefahren bis nach Ulan-Ude. Die Strecke führt am Südufer des Baikalsees entlang, sie gilt als schönste Bahnstrecke Russlands. Die Sonne ließ den See glitzern und blinken, auf den Wiesen blühten rote und blaue Blumen, es war wunderschön. Ab Ulan-Ude (pittoreske Altstadt) sind wir zurück nach Moskau geflogen – 5500 Kilometer. Russland ist wirklich ein weites Land!

Im September fing meine Mutter (91) an zu kränkeln. Auffällig: Sie hat kaum noch etwas gegessen. Doch bei jedem Besuch sagte sie, es sei nicht so schlimm, sie gehe ohnehin in der kommenden Woche zum Hausarzt. Das tat sie aber nicht. Dann musste der Notarzt kommen. Und meine Mutter musste ins Krankenhaus. Untersuchung. Diagnose: Geschwür an der Bauchspeicheldrüse. Aber keine OP. Grund: Der Tumor streue nicht, sagte der Arzt. Entlassung, ambulante Pflege. 

Seit Anfang Dezember ist meine Mutter zur Kurzzeitpflege im Altenheim der Johanniter in Rheinbrohl – bis Anfang Januar. Von Weihnachten an wird mein Vater ihr dort Gesellschaft leisten. Aktuell kümmert sich meine Schwester um unseren Vater. Anfang Januar werde ich zu unseren Eltern reisen. Mal sehen, wie es dann weitergeht. 

Im Dezember hat übrigens der Verlag Atelier im Bauernhaus in Fischerhude den Band „Buxtehude schreibt ein Buch“ veröffentlicht. Darin findet sich ein Kapitel, in dem ich private Kontakte zwischen Menschen in Buxtehude und Menschen in Afrika aufzeige. Ich war überrascht, wie viel Positives geschieht unterhalb der öffentlichen Wahrnehmung und abseits der großen Politik. Es gibt also Hoffnung! 

Gesegnete Weihnachten und ein gutes neues Jahr!
Joachim Barmwoldt und Familie

Kommentare

Frohe Weihnachten & Grüße von Joachim Barmwoldt — 2 Kommentare

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